Unsere Geschichte

Wir über uns

 

 

 

Die Geschichte der Gründung

 

Meine Reise ins Kloster

 

Nach dem Abitur zog es mich, wie so viele, in die Ferne, um die Welt zu sehen und mehr über mich selbst herauszufinden.

18 Jahre alt, allein und aufgeregt (und von meinen Großeltern für verrückt erklärt) reiste ich zunächst nach Irland aufs Land, dann nach Nepal, wo ich 10 Tage in einem buddhistischen Kloster verbrachte. Der Kurs, den ich dort belegte beinhaltete unter anderem, dass man alle elektrischen Geräte und Bücher abgab: Eine sehr einsame Erfahrung für einen westlichen Teenager, die mir klar gemacht hat, wie stark die Kultur, in der wir aufwachsen sich auf unseren Charakter auswirkt.

Gleichzeitig lernte ich die lokale Kultur kennen und begann die Unterschiede und die konkrete Verbindung zum Westen zu sehen. Unter anderem sponserten westliche Geldgeber die Schule des Klosters und man selbst konnte für 400$/Jahr die Ausbildung eines jungen Mönchs möglich machen. Das gefiel mir.

Was mir nicht gefiel war wie manche Gäste des Klosters Ihre finanzielle Überlegenheit auslebten: Eines Tages nahmen mich ein paar Frauen mit vor die Tür des Klosters, um Schokolade zu kaufen und anschließend an junge nepalesische Kinder zu verschenken. Die Kinder nahmen schüchtern die Schokolade und verschwanden anschließend in der Menge hinter ihnen – eine Erfahrung, die mich an meine Kindheit erinnerte, in der ich Ziegen im Streichelzoo fütterte.

 

Ich hatte mich entschieden, dass ich hier helfen wollte und ich hatte gesehen, wie ich es nicht tun möchte. Aber wie dann also? Spenden?

Meine Eltern halten nicht viel von Spenden an Institutionen: Sie zahlen ihre Steuern und empfinden das als gerechten Beitrag zur Gesellschaft. Schließlich leistet Deutschland massive Entwicklungshilfe in der Dritten Welt und außerdem plagt sie dieselbe Frage wie die meisten: Kommt mein Geld denn überhaupt an, wo es wirklich gebraucht wird, wenn ich an kommerziell geführte Institutionen spende?

Entsprechend skeptisch standen sie meinen Plänen gegenüber, als ich anfangs davon sprach, an das Kloster spenden zu wollen. Da sie mein Studium finanzieren, war für mich also klar, dass alles, was ich spendete, aus eigenem Verdienst kommen musste. Ich habe also überlegt.

 

Die Ausbildung eines Mönchs zu finanzieren begeisterte mich zunächst, denn das Kloster gefiel mir: Ich habe die Mönche gesehen, die da aus den Bergdörfern weit her gekommen sind um in einer sicheren liebevollen Umgebung von den älteren Mönchen zu lernen. Ich habe gesehen, dass jeden Tag sowohl lokale als auch internationale Zeitungen auslagen, an denen sich jeder bedienen konnte. Ich habe Unterricht bei einer weiblichen Nonne gehabt. Es gab eine Bibliothek die für alle offen war. Die kleinen Mönche haben einmal die Woche Taschengeld bekommen und die Arbeiter, die im Kloster angestellt waren wurden fair bezahlt. Die Mönche hatten hier eine optimale Welt aufgebaut mit etwas Luxus aber nicht zu viel. Mit Liebe, Geborgenheit und vor allem Gleichberechtigung.

Eine gewisse Unzufriedenheit stellte sich trotzdem ein: Das Kloster hat einen kleinen Shop und ein Restaurant, die Preise dort sind selbst für westliche Touristen nicht mehr günstig. WLAN kostet 3€ am Tag. Und die meisten Besucher sind viel wohlhabender als ich. Auf der einen Seite ist es sicherlich nicht unmöglich für mich 400$ pro Jahr zur Seite zu legen – auf der anderen Seite fühlt es sich an als unterstütze man ein bereits gut laufendes Unternehmen, das die lokale Kultur verwestlicht und Touristen blendet.

Besonders merkwürdig fand ich, dass man sich für eine Spende in die Gebete der Mönche „einkaufen“ konnte. Doch das Konzept das die Menschen hier darüber haben war anders. Die Idee ist, dass man für JEDE Unterstützung dankbar sein sollte- undgeachtet der Gegenleistung. Übertragen auf unsere Lebensrealität würde das bedeuten wir sind dem LIDL/ REWE/ALDI… von Herzen her dankbar, weil sie uns mit Lebensmitteln versorgen. Ungeachtet der Tatsache, dass wir sie dafür bezahlen.

Trotzdem. Da Kloster hatte und hat wie es mir scheint eine breite Basis an Spendern. Die Frage auf welche Art ich mich einbringen kann war nicht geklärt.

 

 

Kathmandu

 

Meine nächste Etappe war Nepals Hauptstadt Kathmandu: Hier wollte ich fünf (laut meiner Oma lebensgefährliche) Tage verbringen. Meine Angst vor der Welt außerhalb des Klosters legte sich aber schnell und gemeinsam mit einer dänischen Reisenden erkundete ich die Stadt und während unseres Konsumshopping stießen wir auf einen Laden, der ein wenig anders war als die meisten anderen Läden. In einem davon begann meine Begleiterin sich bald angeregt mit der Verkäuferin (Saheen) zu unterhalten. Ich hörte zuerst kaum hin, war beschäftigt mit den schönen selbstgemachten Produkten, aber irgendwie kam trotzdem eine Verabredung in der Fabrik am nächsten Tag zustande, zu der auch ich zusagte. Im Laufe des Abends gefiel mir das immer besser: Alleine hätte ich mich sicher nicht getraut, aber eigentlich war das ja genau, was ich wollte: Das echte Nepal außerhalb des Klosters und der Turistenbereiche sehen und womöglich Unterstützung anbieten und mitgestalten können!

Die Erfahrung war unglaublich intensiv. Kein Dach, keine Fenster, kein Tor, keine Mauern. Jeden Nachmittag spielten die Kinder der Beschäftigten zwischen den Nähmaschinen, weil niemand sie betreuen konnte zuhause. Und trotzdem waren die Frauen an den Tischen gut gelaunt: Sie hatten mehr Platz als in den anderen Fabriken, Saheen und Nasreen waren faire Arbeitgeber und es gab sogar ein westliches Klo: mit Schüssel!

Ich war schockiert davon, was Saheen uns über die Dörfer erzählte: Dass der abendliche Gang zur Toilette lebensgefährlich war für die Frauen, die sich dafür allein ins Dunkle begeben mussten, denn dort gab es eben keine Toiletten.

Gleichzeitig war ich beeindruckt davon, dass diese Leute es anders machen wollten.

Dieses Projekt begeisterte mich und ich hatte jetzt zumindest einen Ansatzpunkt und die Kontaktdaten von Nasreen – immer noch blieb aber die Frage, wie genau ich helfen wollte. Darüber machte ich mir nun zurück in Deutschland viele Gedanken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland

 

Eigentlich wollte ich kein Geld spenden sondern meine Arbeitskraft, die hielt ich für wertvoller und davon habe ich im Studium auch mehr. Also begann ich mit der Anerkennung als Handelspartner beim Weltladen. Ich fand 5 Läden die uns unterstützen und reichte die nötigen Formalia ein. Der Weltladen Dachverband war aber nicht begeistert: Sie wollen nur Händler unterstützen, die in Deutschland ihren Sitz haben und aus dem Ausland ankauften. Die Überprüfung Ihrerseits, ob LWH eine wirklich faire Produktion vornimmt wurde von Deutschland aus als unmöglich angesehen und abgelehnt. Außerdem glaubten sie nicht, dass ich während und vor allem nach meinem Medizinstudium eine besonders verlässliche Partnerin sein würde. Sie empfohlen Nasreens Firma LWH(„Local Women‘s Handicraft“), lieber jemand anderen für den Vertrieb zu suchen. Das war das Ergebnis von sechs Monaten Arbeit meinerseits – ich hatte Weltläden angefahren und angerufen, Produktproben verschickt und Nasreens Geschichte hunderte Male erzählt. Nun gut, dann musste ich eben etwas anderes tun – aber es sollte ja kein Geld sein.

 

Doch meine Meinung sollte sich ändern, nachdem ich mit einer Steuerberaterin gesprochen hatte, die durch ihre Begeisterung für mein Engagement auch meine Motivation wieder steigen ließ.

Sie engagierte sich schon seit Jahren für ein Projekt in Afrika und hatte sich ebenso umfassend informiert wie ich, mit einer nüchternen Erkenntnis: Außer Geld wird dort nicht viel gebraucht. Ich wehrte mich zwar zunächst gegen ihre Worte, doch alle anderen Wege, die ich einschlug, führten ins Leere.

Die Großhändler, die ich bezüglich dem Vertrieb von Nasreens Produkten angefragt hatte, hatten bereits einige Handelspartner in Nepal. Eine Händlerin war offen für das Projekt. Sie hat bisher einige Proben gekauft. Was darüber hinaus daraus wird ist unklar.

Ich hatte mich noch über das Senden von Hilfsgütern informiert. Das die Pakete, die nach Nepal geschickt werden, oft geöffnet werden war allerdings nur ein Problem. Das Porto ist außerdem unwahrscheinlich hoch und es bringt der lokalen Wirtschaft auch nur wenig, wenn wir unsere alten Sachen dort verschenken.

Blieb also nur das Geld.

 

 

Die Spendengläser und das Dach

 

Ich entschied mich, Spardosen zu basteln. Aus Einkochgläsern.

Nach aufwendiger Löcherstecherei, einem kreativen Abend mit meinen Freundinnen und einem Anruf bei der Stadt (darf man das eigentlich?) ging das Sammeln los. Der erste Abend -eine Kirmes- brachte uns fast 60€: Mehr als gedacht!

Ich schrieb nun einen Infozettel und begann Läden abzuklappern - einige Geschäfte im Einzelhandel erlaubten mir, ein Spendenglas aufzustellen.

 

 

 

 

Es ist nicht wirklich einfach, die Leute zu überzeugen, die Gläser hinzustellen. Nur wenige sind wirklich motiviert. Einige empfinden es als Last. Einigen ist es egal.

Die Absagen unterteilen sich auch in zwei Gruppen: Freundlich und unfreudlich. So oder so aber bedanke ich mich ehrlich. Das habe ich im Kloster verstanden –sie alle haben mir zugehört, ein paar Minuten Ihrer Lebenszeit geschenkt und auch bei einer Absage bestimmt Gründe, die sie mir nicht immer offenbaren.

Am meisten Spenden kommen natürlich dort zusammen, wo die Ladenbesitzer selbst Spaß an der Aktion haben und Kunden darauf hinweisen und erklären können, wenn es Nachfragen gibt. Manchmal gewährten Laden- und Cafébesitzer mir, eine Dose aufzustellen und entschieden sich dann um, manche fanden aber im Laufe der Zeit auch ihre Freude daran und spendeten selbst.

Viele Erfahrungen resultierten jedenfalls in einem beachtlichen Ergebnis: Mit den Spendengläsern nahmen wir bereits über 1000€ ein.

Die ersten 1000€ überwies ich für 30€ Überweisungsgebühr (die habe ich selbst übernommen) nach Nepal, um ein Dach für Nasreens Fabrik zu finanzieren.

Das war ein ansehnliches Ergebnis, aber ich entschied mich nun wieder für einen Kurswechsel – LWH stand immer mehr auf eigenen Beinen und hatte neben mir noch andere Unterstützer gefunden. Dieses Mal wollte ich ein bisschen näher an die Bevölkerung. Also zog es mich wieder nach Nepal!

 

 

Die zweite Reise

 

Ich flog in den Semesterferien wieder nach Nepal, wo ich in der Stadt bei Saheen und ihrer Familie unterkam (Nasreen war unterweg für ein Projekt außerhalb von Kathmandu). Mit Saheen ging ich Opfer des Erdbebens von 2015 besuchen, die noch immer in Behelfsunterkünften untergebracht sind und wir verteilten Spielsachen und abgelaufene Erste-Hilfe-Pakete, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte. Ich hörte viele schlimme Geschichten und beging natürlich viele Fehler(zum Beispiel hatte ich auch Schweine-Kuscheltiere dabei – ein No Go bei der größtenteils muslimischen Bevölkerung), aber ich lernte auch viel und war sehr zufrieden mit den unterschiedlichsten Erfahrungen. Ich hatte das Gefühl, etwas Echtes gegeben zu haben und war gleichzeitig überwältigt mit den Reaktionen, die mir entgegenkamen. Besonders beeindruckte mich die Genügsamkeit der Beschenkten, selbst wenn offensichtlich war, dass sie Hilfe nötig hatten – eine hochschwangere junge Frau wehrte vehement meine Bitte ab, doch noch mehr als nur die eine Garnitur Kinderkleidung zu nehmen, die sie sich ausgesucht hatte und versuchte mir zu erklären, dass da noch andere Kinder seien, die auch noch etwas bekommen sollten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





Zu Beginn der Reise war ich mir noch nicht sicher, wie ich die knapp 400€, die in der Zwischenzeit gespendet wurden, investieren wollte, vor Ort entschied ich mich dann, das Geld (diesmal hob ich es einfach in Nepal ab – das kostete 10€ Gebühr am Automaten) für die Flutopfer zu spenden, die dort 2017 ihre gesamte Ernte verloren hatten. Saheen war selbst dort und sorgte dafür, dass das Geld gut ankam.

 

 

 

 

 


Namaste Didi e.V.

 

Als ich aus Nepal wiederkam, begann unsere Bemühung zur Gründung eines Vereins, um ein öffentliches Gesicht zu bekommen und offiziell Spendenquittungen ausstellen zu können und vor allem um unsere Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Vor kurzem wurden unsere einjährigen Bemühungen belohnt.

Ich kann nun voller Stolz den Verein „ Hilfe für Nepal- Namaste Didi e.V." vorstellen.


Wenn Sie Interesse haben, den Werdegang unseres Vereins mitzuverfolgen, ist das über unsere Facebookseite oder unseren Instagram Account(@namaste_didi_ev) möglich.

 

Ganz einfach helfen ohne Aufwand über Amazon Smile!


Wählen Sie einfach "Hilfe für Nepal- Namaste Didi e.V. " über die Projektsuche aus und wir erhalten bei jedem Ihrer Einkäufe eine kleine Spende von Amazon (0,5% des Gesamtkaufpreis bei berechtigten Projekten).


Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Jetzt spenden an:

 

Hilfe für Nepal - Namaste Didi e.V.

IBAN: DE61 5139 0000 0065 1593 09

 

Hilfe für Nepal - Namaste Didi e.V. ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Spenden sind steuerabzugsfähig.

 

Kontaktieren Sie uns:

 

hilfe-fuer-nepal@namaste-didi.de